KONZEPT

Archivfotos ausgewählter Ausstellungsobjekte von: BLESS, ___fabrics interseason, Carol Christian Poell, Claudia Rosa Lukas, Edwina Hörl, House of the very island’s, Leos, Wendy&Jim

___fabrics interseason

Das österreichische Designlabel ___fabrics interseason wurde 1998 von Wally Salner und Johannes Schweiger gegründet. Es verortete seine Arbeit an der Schnittstelle von Design, bildender Kunst und elektronischer Musik. Ihre Arbeiten wurden nicht nur regelmäßig bei den Fashion Weeks in Paris gezeigt, sondern auch bei internationalen Kunstausstellungen, u. a. auf der Manifesta 7, der 3. Berlin Biennale und im Grazer Kunstverein. Mit SS 2011 erschien die letzte Kollektion unter dem Label.

BLESS

Desiree Heiss und Ines Kaag gründeten 1995 ihr gemeinsames Fashion- und Designstudio BLESS. Die Wienerin Desiree Heiss absolvierte ihr Modestudium 1994 an der Universität für angewandte Kunst Wien. Ines Kaag absolvierte 1995 ihr Studium an der Fachhochschule für Kunst und Design in Hannover. Erste internationale Beachtung gewann Bless durch die N°00 fur wig, einer Pelz-Perücke, für die F/W-Kollektion von Martin Margiela. BLESS erschafft mit seinen Arbeiten einen interdisziplinären Diskurs, der die Grenzen der Modewelt sprengt und den Bereich von Luxus und Materialismus verschwimmen last.

Carol Christian Poell

Carol Christian Poell wurde 1966 in Linz geboren. Er besuchte die Modeschule Michelbeuern in Wien und machte seinen Masterabschluss in Modedesign an der Domus Academy in Mailand, wo er seit Ende der 1980er Jahre lebt. Seine erste Kollektion brachte Poell 1994 heraus. Aufgrund seiner zurückhaltenden Art, innovativen Techniken und der Verwendung unkonventioneller Materialien – etwa mit Ochsenblut gefärbtes Leder, Stoffe aus Menschenhaar oder Stiefel mit Pferdehuf-Absätzen –, wurde Poell bald von Mode-InsiderInnen als „Genie“ bezeichnet und konnte sich abseits der Mainstream-Mode etablieren.

Claudia Rosa Lukas

Claudia Rosa Lukas studierte an der Universität für angewandte Kunst Wien unter Vivienne Westwood, Helmut Lang, Marc Bohan und Jean-Charles de Castelbajac. Ihr eigenes gleichnamiges Label gründete sie 2002 um eine anspruchsvolle Verbindung von Mode, Kunst und Performance zu entwickeln. Sie ist auch die Herausgeberin der Online-Plattform austrianfashion.net. 2001 hatte Claudia Rosa Lukas den Modepreis der Stadt Wien gewonnen und wurde daraufhin zu zahlreichen Wettbewerben und Festivals geladen. Heute präsentiert sie als Kuratorin österreichisches Design im Ausland.

Edwina Hörl

Edwina Hörl gewann 1990 den ersten österreichischen Modepreis für experimentelles Modedesign des Bundeskanzleramts. Bevor sie 1996 ihr eigenes Unisex-Label unter ihrem Namen gründete, arbeitete sie von 1991 bis 1993 bei Yohji Yamamoto in Tokyo. Seit 2000 lebt und arbeitet sie in Tokyo. Die Arbeit mit Mode bedeutet für Edwina Hörl die Auseinandersetzung mit kulturellen Identitäten und gesellschaftspolitischen Prozessen. In Japan werden ihre Kollektionen über den Showroom DUNE vertrieben. In Wien führt der Concept Store PARK ihre Mode.

House of the very island’s

Hinter dem Labelnamen „House of the very island’s club division middlesex klassenkampf but the question is where are you, now?“ standen vier individuelle, aber dennoch ideell verbundene Designer mit einem Netzwerk an KünstlerInnen, MusikerInnen und FilmemacherInnen. Seit 2008 wird House of the very island’s von Karin Krapfenbauer und Markus Pires Mata geführt und zielt auf eine alle Geschlechter umfassende Avantgarde-Mode. Nachhaltigkeit ist für das Label nicht nur eine politische Überzeugung, sondern in erster Linie eine ästhetische Entscheidung.

LEOS

Leo Oswald gründete 1982 das Atelier LEOS für Mode und Bühnenkostüme und wurde 1984 von der Berufsvereinigung der Bildenden Künstler Österreichs als Modekünstler anerkannt. Durch die Gründung von „Kids in Fashion“ im Jahr 1994, einem vom Verein Wiener Jugendzentren ausgeschriebenen Kinder- und Jugendkreativwettbewerb im Bereich Mode, fördert Leo Oswald den Modenachwuchs seit über 26 Jahren. Ab 1990 arbeitete er als Choreograf für zahlreiche DesignerInnen, koordinierte internationale Ausstellungen, Seminare sowie Events mit Kooperationspartnern wie McDonalds, Sony oder der Krebshilfe.

Wendy & Jim

Helga Ruthner und Hermann Fankhauser studierten an der Modeklasse der Angewandten. Sie zählen nach Helmut Lang zu den ersten österreichischen ModedesignerInnen, die im Programm der Paris Fashion Week zeigten. Ihre erste Modenschau organisierten sie mit Menschen von der Straße, die zweite konnten sie im Atelier von Jean Charles de Castelbajac, ihrem ehemaligen Professor, zeigen. Diese spontane, improvisierte Modenschau geriet zur Sensation und wurde als „Still Performance“ sofort kopiert. Ständig an der Grenze zur Kunst, wurden Wendy&Jim von Comme des Garçons in deren Guerillastore eingeladen, sie kooperierten mit Nike, Levi’s und dem Künstler Peter Kogler.