MODERN

MAK-Archivfotos ausgewählter Mode-Ausstellungsobjekte von: BRANDMAIR, DEMIAN, EVA BLUT, FATEEVA, Femme Maison, George Bezani, Gregor Pirouzi, Jana Wieland, Kenneth Ize, Macchu Picchu, MICHEL MAYER, Modus Vivendi, Mühlbauer, Petar Petrov, Robert La Roche, Schella Kann, Sonja Bischur, Ute Ploier, Mark Baigent

BRANDMAIR

Claudia Brandmair präsentierte 1998 ihre erste Kollektion im Rahmen der Internationalen Modetage (IMOTA) in Wien. Der Modepreis des Bundeskanzleramts, den sie im Jahr 2000 erhielt, ermöglichte ihr, Erfahrungen in New York zu sammeln – zunächst bei Rubin & Chapelle, anschließend bei Marc Jacobs. Von 2003 bis 2017 zeigte sie Kollektionen unter ihrem eigenen Label, ab 2004 regelmäßig bei den Fashion Weeks in Paris und London. Das durch geradlinige, feminine Entwürfe und exquisite Materialien charakterisierte Label wurde international vertrieben, wobei Japan als Hauptmarkt galt. Claudia Brandmair verstarb 2017.

DEMIAN

Thomas Juranek gründete 1986 das Label DEMIAN. Seine Damen- und Herrenkollektionen mit ihrer reduzierten Ästhetik band er in die gesamtheitliche Corporate Identity von DEMIAN ein. Seine Kollektionen präsentierte er bei der „U4-Mode-Messe“ und vertrieb sie über seinen eigenen Shop in der Bäckerstraße im ersten Bezirk, bis er 1990 sein Label auflöste. Anlässlich der Ausstellung SHOW OFF im MAK lanciert Thomas Juranek mit DEMIAN_2020 SHOW_OFF SHIELDEX Silver_Protection sein erstes agiles Modeprojekt – einen innovativen, marktfähigen und hybriden „4-in-1 Unisex Soft Wear Wellness Suit“.

EVA BLUT

EVA BLUT denkt Taschen neu: Wie formt sich der Raum, in dem sich die Dinge befinden, auf die wir nicht verzichten können? Dieser architektonisch-forschende Ansatz schafft puristische Formen mit wiedererkennbaren Linien und überraschenden Funktionen. Eva Buchleitner, Designerin von EVA BLUT, hat neben einer Assistenz bei Vivienne Westwood 1994 in London, Kleidermacherei in Salzburg und Ledergalanterie an der Modeschule der Stadt Wien Hetzendorf gelernt. Ihr Label gründete sie 1999 und bekam 2002 den Austrian Fashion Award. Sie ist Mitbegründerin der Initiativen Modebus und We Showroom Paris Now.

FATEEVA

Das Wiener Schuhlabel FATEEVA wurde 2017 von Elizaveta Fateeva gegründet. Die gebürtige Russin absolvierte 2010 die Modeklasse der Angewandten und arbeitete zunächst als Accessoire-Designerin für Raf Simons und Jil Sander, ab 2012 für sechs Jahre bei Lanvin für das Herrenschuhdesign und anschließend als Accessoire-Consultant für Ferragamo. FATEEVA interpretiert den Begriff Essentials neu, indem sie Avantgarde und Alltag geschickt kombiniert. Seit 2019 arbeitet FATEEVA ausschließlich an kleinen Editionen, die sich auf nachhaltige Luxusgarderoben-Essentials aus Überschuss- oder Restpostenmaterialien konzentrieren.

Femme Maison

Franziska Fürpass-Kermani gründete Femme Maison im Jahr 2009 in Kooperation mit George Bezhanishvili, seit 2012 führt sie das Damen-mode-Label gemeinsam mit Sia Kermani. Fürpass studierte an der Universität für angewandte Kunst Wien Mode unter der künstlerischen Leitung von Raf Simons und Veronique Branquinho. Bei Femme Maison geht es nicht um Trends, es geht um die Essenz, um unbeschwerte Eleganz – zeitlos und luxuriös. Alle Kleidungsstücke werden im Wiener Atelier gefertigt. 2017 wurde das Label mit dem Modepreis der Stadt Wien ausgezeichnet.

George Bezani

Der Georgier George Bezhanishvili studierte an der Universität für angewandte Kunst Wien unter Veronique Branquinho und Bernhard Willhelm. 2008 gründet er sein Label George Bezani und gewann den Swiss Textiles Prize und 2011 im Rahmen des 11 festival for fashion & photography den Modepreis des BMUKK. Im selben Jahr ging er nach New York und arbeitete bei 3.1 Phillip Lim und The Row, bevor er seine eigenen Kollektionen präsentierte. Bezanis Entwürfe sind in internationalen Modemagazinen zu sehen, u. a. in Vogue Italia, Vogue Russia, Wallpaper, Dazed & Confused, und Harper’s Bazaar Russia.

Gregor Pirouzi

Gregor Pirouzi studierte an der Universität für angewandte Kunst Wien unter Vivienne Westwood und Helmut Lang und arbeitete danach bei Vivienne Westwood, Versace und Giorgio Armani. Seine erste eigene Kollektion zeigte er 2001 in Mailand unter dem Label Pirouzi. 2012 entwickelte er für Vivienne Westwood einen einzigartigen Flagship-Store in Wien und für das Neujahrskonzert 2014 entwarf er gemeinsam mit Westwood die Kostüme des Wiener Staatsballetts. Mittlerweile hat Pirouzi seine eigene Bademoden-Kollektion und seit 2017 ist er Kreativdirektor der Lingerie-Marke Myla.

Jana Wieland

Die gebürtige Salzburgerin Jana Wieland zählt zur neuen Generation österreichischer DesignerInnen. Nachdem sie als internationales Model gearbeitet und ihr Studium an der Modeklasse der Kunstuniversität Linz abgeschlossen hatte, gründete Wieland 2016 ihr eigenes Label in Wien. Markenzeichen ihrer Kollektionen sind elegante Silhouetten, klare Formen und Texturen, die sich am weiblichen Körper entfalten und ihn umspielen. Sie verwendet natürliche und bevorzugt nachhaltige Materialien, die sie fair in der Ukraine und in Wien fertigt.

Kenneth Ize

Kenneth Ize wurde in Lagos geboren und wuchs in Österreich auf, wo er an der Universität für angewandte Kunst Mode studierte. 2013 stellte er seine erste Kollektion bei der Lagos Fashion Week vor und er begann mit KünstlerInnen und DesignerInnen seiner Heimat zusammenzuarbeiten. Er unterstützt SchülerInnen in Lagos, die sich mit westafrikanischen und handwerklichen Mode- und Textiltraditionen un deren moderner Interpretation beschäftigen. 2019 zählte er zu den LVMH Prize-Finalisten. In seiner Heimatstadt gewann er den Arise Fashion Week Award für den Designer of the Year

Macchu Picchu

Macchu Picchu war das Label von Designerin und Journalistin Nicole Adler, das sie gemeinsam mit Karin Hager Mitte der 1980er Jahre gegründet hatte – ohne Modeausbildung, aber mit einer „Learning by doing“-Mentalität und einer starken Vision. So wuchs die Marke rasch und war vor allem international sehr gefragt. Macchu Picchu hatte Verkaufsstellen bei Barneys in New York, Los Angeles und Tokyo. Heute arbeitet Adler als Modejournalistin und Autorin für führende Modemagazine wie DIVA, flair und maxima, ebenso ist sie Herausgeberin der City-Guide-Serie for Women only.

Mark Baigent

Bevor Mark Baigent sich mit seinem eigenen Label selbstständig machte, hatte er bereits 2012 gemeinsam mit Julia Rupertsberger, mit der er die Modeschule Linz besucht hatte, das Label Mark & Julia gegründet. Medialer Erfolg und nationale sowie internationale Modepreise folgten. Inzwischen kreiert Baigent unter seinem Namen geschlechterfreie Kleidung. Abseits spezifischer Normen legen seine Schnitte den Fokus auf minimalistische geometrische Formen, zeitlose Silhouetten und Details. Seit 2016 lebt und arbeitet Baigent auf Bali, wo er neben seinem eigenen Label auch eine nachhaltige Textilproduktionsfirma betreibt.

Michel Mayer

Michaela Mayer-Lee gehört mit ihrem Shop und Atelier im Herzen Wiens zu den Topadressen für anspruchsvolles Ready-to-Wear-Kollektionen und außergewöhnliche Couture-Kreationen. Ihr schlichtes, zeitloses Design in feinen, erlesenen Stoffen richtet sich an die moderne, selbstbewusste und selbstbestimmte Frau, die hohe Ansprüche an Verarbeitung und Tragekomfort stellt. Die Idee des Entwurfs entsteht aus dem Material heraus, das ausschließlich aus dem europäischen Raum bezogen wird. Bis 2013 präsentierte MICHEL MAYER ihre Kollektionen international und ihre Kreationen findet man auch auf den Red Carpets wie zuletzt bei den Golden Globes.

Modus Vivendi

Der Name des Labels ist Programm. Die Gründerin Charlotte Maager, Absolventin der Modeschule der Stadt Wien Hetzendorf, setzte gemeinsam mit ihrer Geschäftspartnerin Monika Bacher von Anfang an auf eine funktionelle Ästhetik mit höchstem Tragekomfort und modernem Materialmix. Die handgefertigten Teile und Kleinserien der Damen- und Herrenkollektionen spiegeln einen utilitaristischen Ansatz wider und werden vorwiegend in Strick sowie in Denim realisiert. Das 1988 gegründete Label besteht bis heute und wird neben dem Verkauf über den eigenen Store in Wien vorwiegend in Europa vertrieben.

Mühlbauer

1903 begann Julianna Mühlbauer im damaligen Wiener Vorort Floridsdorf mit einer kleinen Hutwerkstätte. Gute 100 Jahre später befindet sich das Familienunternehmen mit Klaus Mühlbauer in der vierten Generation und zählt weltweit zu den ersten Adressen in Sachen Kopfbedeckungen. Gemeinsam mit einem Designteam und profilierten HutmacherInnen entwirft er seine Hutkollektionen. Feinste Handfertigung und die Verwendung bester, weltweit gesuchter Materialien machen die Qualität sicht- und spürbar. Heute vertreibt die Wiener Manufaktur 60 Prozent ihrer Hüte international.

Petar Petrov

Der in Bulgarien aufgewachsene Petar Petrov lebt seit 1999 in Wien. Er hatte an der Universität für angewandte Kunst Wien unter Raf Simons und Viktor & Rolf Mode studiert, bevor er 2003 sein eigenes Label für Männermode gründete. Über die regelmäßige Teilnahme an den Menswear-Schauen in Paris konnte sich Petrov einen Kundenstock in den USA, Japan, Hongkong, Berlin und Paris aufbauen. Seit 2009 entwirft er Frauenmode und begeistert mit seiner vielschichtigen Eleganz internationale Presse und KäuferInnen. Zu seinem KundInnenkreis zählen u. a. Jane Fonda, Gwyneth Paltrow, und Kristen Stewart.

Robert La Roche

1938 in Österreich geboren, avancierte Robert La Roche in den 1970er Jahren vom Werbefachmann zum autodidaktischen Brillendesigner. In Italien erlernte er das Brillenhandwerk und die Verarbeitung von Acetat, einem Kunststoff auf Basis von Baumwollflocken. Nicht zuletzt durch sein Verständnis von Design und Marketing entwickelte sich das Ein-Mann-Unternehmen zu einem weltweit erfolgreichen Label. Seine Modelle zeichnen sich vor allem durch kräftige Farben und markante Designs aus, aber auch seine zeitlosen Klassiker machten Robert La Roche zu einer Weltmarke.

rosa mosa

Die DesignerInnen hinter dem Label rosa mosa, Simone Springer aus Salzburg und Yuji Mizobuchi aus Kyoto, studierten Footwear and Accessory Design am Cordwainers College in London. Seit 2001 entwerfen sie gemeinsam von Wien aus Schuhe, Taschen und Accessoires. Für ihre erste Kollektion erhielten sie den Curriers’ Award for Excellence in Leather Craft. Die Dualität ihrer Herkunft zeigt sich auch in ihren Entwürfen: Lokal gefertigtes Handwerk trifft auf experimentelles Design, Tradition und alte Techniken auf globale Trends und Innovation.

Schella Kann

Hinter dem Label stehen Designerin Anita Aigner und Marketing- und Produktionschefin Gudrun Windischbauer. Bereits im Jahr 1984 wurde Schella Kann bei der legendären ersten „U4 Modegala“ mit dem Preis für „Bestes österreichisches Modedesign“ ausgezeichnet. Ihre Kollektionen stehen für Tragekomfort und Vielseitigkeit der Einzelteile sowie Qualität und Nachhaltigkeit in Material und Verarbeitung. Seit 2011 hat das Modeduo einen Flagship-Store in der Wiener Spiegelgasse.

Sonja Bischur

Seit ihrem Abschluss an der Universität für angewandte Kunst Wien 1991 arbeitet Sonja Bischur als freie Schmuckdesignerin in Wien. Mit ihren einzigartigen Cross-over-Styles und ungewöhnlichen Materialkombinationen bewegen sich ihre Entwürfe zwischen Schmuck- und Modedesign. Zuweilen entstehen Spezialanfertigungen für Oper und Laufsteg. Ihre Kreationen sind in internationalen Magazinen zu sehen, darunter Dazed & Confused, i-D, W Magazine, Numéro, Harper’s Bazaar und Purple. 2010 wurde Bischur von der Modejournalistin Maïa Adams in ihrem Buch Fashion Jewellery – Catwalk and Couture vorgestellt.

Ute Ploier

Ute Ploier studierte ein Jahr Fashion Design am Central Saint Martins in London. Danach absolvierte sie das Modestudium an der Universität für angewandte Kunst Wien unter Raf Simons, Viktor & Rolf und Jean-Charles de Castelbajac. Für ihre Männerkollektionen, die Ploier ab 2003 unter ihrem eigenen Label entwarf, erhielt sie zahlreiche Preise, darunter den Prix Hommes beim renommierten International Festival of Fashion and Photography in Hyères. Seit 2015 führt sie als künstlerische Leiterin den Studiengang Fashion & Technology an der Kunstuniversität Linz.