Skulptur

MAK-Archivfotos ausgewählter Mode-Ausstellungsobjekte von: And_i, Carolin Holzhuber, Christoph Rumpf, Eric Rainer, Karin Bergmayer, Ledea Muard, Marc Thomas Merz, Marina Hoermanseder, Markus Strasser, Maximilian Rittler, Natalie Zipfl, Flora Miranda

AND_i

AND_i steht für ausgefallenen Schmuck. Die Kreationen des gelernten Goldschmied und Bildhauer Andreas Eberharter unter dem Label AND_i erinnern zum Teil an Skulpturen. Für internationale Furore sorgten 2009 die Eye Patches in einer Modenschau von Thierry Mugler, sie kommen auch im Musikvideo “Paparazzi” von Lady Gaga vor und sind mittlerweile begehrte Kultobjekte. Eberharter verwendet für seine Entwürfe neben Silber und Leder auch ungewohnte Materialien wie Aluminium. Kreationen von AND_i sind jedoch nicht nur den Stars vorbehalten: Stücke der Ready-to-Wear-Kollektion sind für selbstbewusste Persönlichkeiten durchaus alltagstauglich.

Carolin Holzhuber

Die Schuhdesignerin Carolin Holzhuber verbindet Kunst und Handwerk. Nach ihrem Bachelorstudium an der Kunstuniversität Linz schloss sie 2014 ihr Masterstudium am London College of Fashion ab. Danach gründete Holzhuber ihr eigenes Label. Ihre Arbeiten sind eine künstlerische Reaktion auf ihre Umgebung, die in konzeptionellen Kollektionen verarbeitet wird. Sie sieht ihre Produkte als Skulpturen – Schuhe, die die Trägerinnen selbst zum Kunstwerk emporheben sollen. Jedes Stück wird von Carolin Holzhuber handgefertigt.

Christoph Rumpf

Christoph Rumpf, Student der Modeklasse an der Universität für angewandte Kunst, fiel durch besondere Auszeichnungen auf: So gewann er 2018 den INDIE Magazine- Preis und erhielt das Fred-Adlmüller-Stipendium. 2019 war er der Gewinner des „Grand Jury Prize Première Vision“ beim renommierten Festival of Fashion and Photography in Hyères. Rumpf über seine Arbeit: „Meine Kollektionen erzählen Geschichten mit unterschiedlichen Charakteren, die zum Träumen anregen sollen. Ich lege Wert auf Nachhaltigkeit und versuche einen großen Teil meiner Kleidung durch Upcycling herzustellen.“

Eric Rainer

Der gebürtige Eisenstädter studierte an der Universität für angewandte Kunst Wien unter Viktor & Rolf und Raf Simons. Sein prägendes Modeerlebnis beschreibt Rainer mit „der schlechten Verarbeitung von Kinderbekleidung“, die ihm ein frühes, ständiges Ärgernis war und möglicherweise seinen Berufs-wunsch beeinflusste. 2007 er den Modepreis der Stadt Wien und 2011 wurde er im Rahmen der Austrian Fashion Awards mit dem „Produktionspreis für Mode: Men’s Wear“ ausgezeichnet.

Flora Miranda

Flora Miranda Seierl absolvierte ihr Studium an der renommierten Königlichen Akademie in Antwerpen, wo sie seither lebt. Während des Studiums begann sie mit anderen Kultursparten zu experimentieren. Nach Abschluss des Masterstudiums arbeitete sie auf Projektbasis für Iris van Herpen, die besonders für ihre 3D-Druck-Experimente bekannt wurde. Selbst erarbeitete sich Flora Miranda Aufmerksamkeit und Preise (z. B. 2016 den Outstanding Artist Award der AFA) mit ganz speziellen Modenschauen, die Videos, Tanz, Moderation und andere fantasievolle Innovationen und Experimente miteinschließen.

Karin Bergmayer

Von 1979 bis 1984 absolvierte Karin Bergmayer die „Hutklasse“ an der Modeschule der Stadt Wien Hetzendorf. 1989 legte sie die Meisterprüfung zur Modistin ab und eröffnete 1990 einen Hutsalon mit Atelier in Wien Meidling, den sie bis heute betreibt. Bergmayers Kreationen waren in der Zeit der U-Mode rund um die bekannte Wiener Disco U4 Mitte der 1980er Jahre fest etabliert. Ihre Produkte bezeichnet die Künstlerin als Hutobjekte, da sie keine konventionellen Hüte macht, sondern – wie sie selbst sagt – Kunstobjekte kreiert.

Ledea Muard

Die Tirolierin Daniela L. Muard zog in den 1980er nach Wien, um sich mit Textilkunst und Mode zu beschäftigen. Sie gründete das Label Ledea Muard und erlangte erste Erfolge in der heimischen Modeszene, vor allem bei der Modemesse „U-Mode“, die in der Wiener Disco U4 stattfand. 1998 zog Muard nach Spanien, wo sie sich hauptsächlich mit Strick- und Walkbekleidung auseinandersetzte. Die Teile aus Naturmaterialien sind nahtlos und skulpturenhaft in Form gestrickt, wobei jedes Stück ein Unikat ist. Seit 2011 lebt und arbeitet sie wieder in Wien und präsentiert ihre Kollektionen im Rahmen von Ausstellungen, Performances, Präsentationen und Kostümausstattungen.

Marc Thomas Merz

Der Münchner Marc Thomas Merz absolvierte das Modestudium an der Universität für angewandte Kunst Wien bei Karl Lagerfeld und Jil Sander. Seither lebt und arbeitet er in Wien an seinen „trendlosen“ Mode-Ideen. Seine „erdfernen Unikate“ brachten ihm die Titel „Mode-Magier“ und „Mode-Messias von Wien“ ein. Er selbst bezeichnet sich als „künstlerischen Schneider“ und seine ausgefallenen Roben schafft er mit seinem Team in monatelanger Handarbeit, aufwendigst gearbeitet in der Tradition der Haute Couture. Seinen Modekreationen gibt er fantastische Namen wie „Maharadscha-“, „Ägyptische-“, „Zaristische-“, „Fisch-“, „Planeten-“ und „Tarot-Kollektion“.

Marina Hoermanseder

Marina Hoermanseder ist ein in Berlin ansässiges Womenswear-Label. Es vereint handwerkliche Raffinesse mit exaltiert-eleganten Designs. Seit 2014 steht die französisch-österreichische Designerin für ausgeprägten femininen Individualismus. In ihren Kollektionen kombiniert sie progressive Schnittführung mit Fetisch- Elementen, experimentiert mit starken Gegensätzen und spielt mit der Schönheit des Unkonventionellen. Alle Teile der Kollektion vereinen höchstes handwerkliches Niveau mit Eleganz und Exzentrik und lassen eine Passion für Details bis ins letzte Element erkennen.

Markus Strasser

Markus Strasser, Absolvent der Königlichen Akade-mie der schönen Künste in Antwerpen, war 2000 Assistent an der Modeklasse der Universität für angewandte Kunst Wien. Im Dezember 2001 präsentierte er in Wien seine erste und bisher einzige Kollektion. Gegenwärtig ist er als Hälfteeigentümer des Concept Stores PARK unter anderem für den Einkauf von Kollektionen und die Kommunikation mit den DesignerInnen verantwortlich.

Maximilian Rittler

Nach dem Mode-Bachelor Abschluss an der Kunstuniversität Linz ging Maximilian Rittler nach Antwerpen, wo er sein Masterstudium an der Royal Academy begann. 2019 präsentierte er dort mit Rock Me Amadeus seine Abschlussarbeit und bekam dafür prompt von Dries Van Noten den Christine Mathys Award überreicht. Seine Kollektion ist von Barock und Rock ’n’ Roll inspiriert, die Entwürfe sind emotional und spontan. Traditionelle Formen werden aufgebrochen und neu zusammengesetzt. So entsteht etwa ein klassischer Anzug mit übergroßen Taschen, Ärmel von Jacketts sind wie Gitarren geformt, Animal Prints und Rüschenhemden runden die Kollektion ab.

Natalie Zipfl

Geboren in Wien, schloss Natalie Zipfl ihre Ausbildung an der Modeschule der Stadt Wien Hetzendorf ab und begann danach ihr Bachelorstudium für Damenmode am Central Saint Martins in London. Während ihres Studiums arbeitete sie in London, New York und Paris. Sie wurde von LVMH Moët Hennessy eingeladen, ihre Kreationen in einer exklusiven Veranstaltung zu Nachhaltigkeitskonzepten in der Mode- und Textilindustrie vorzustellen. Bevor sie ihre Abschlussarbeit in London präsentierte, hatte Zipfl bereits für Iris van Herpen gearbeitet.